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Das 14. Grenzgängerfestival beginnt am 13. August PDF Drucken E-Mail

Volksstimme Artikel vom 04.08.2010In der Volksstimme vom 04. August 2010 war u. a. folgender Beitrag von Liane Bornholdt zu lesen:

Das Grenzgängerfestival stand in diesem Jahr auf der Kippe. Es wurde gerettet, und das 14. Festival kann am 13. August um 19 Uhr in der Magdeburger Pauluskirche beginnen, ein beziehungsreiches Datum für Kunst, die Grenzen überschreiten will.

Kleinkunst zwischen Tango, Kaffeehausmusik und Märchen

Es ist das Größte unter den Kleinen. Das Grenzgängerfestival ist ein Kleinkunstfestival, aber es hat so viele Veranstaltungen in so vielen Orten und mit so vielen verschiedenen Künstlern und Künstlergruppen wie kein anderes vergleichbares Kunstfest in Deutschland.

Vom 13. August bis 31. Oktober wird es in diesem Jahr 59 Veranstaltungen in 55 meist kleineren Gemeinden und Ortschaften Sachsen-Anhalts geben, auf denen 30 verschiedene Künstler und Gruppen auftreten. Sie alle werden Grenzgänger sein, denn sie überschreiten einerseits Grenzen zwischen den Künsten, und andererseits sind die Aufführungsorte vor allem Kirchen, in denen hier auch immer die Grenzen zwischen religiöser Andacht und ganz weltlicher Erbauung verschwinden.

Die meist sehr kleinen und sehr alten, oft kunsthistorisch wertvollen Gotteshäuser werden belebt und zu Orten fröhlicher Gemeinschaft. Um dieser Gemeinschaft willen hatten eben die Gemeinden im Frühjahr um das Weiterbestehen des Festivals gekämpft.

Auftakt des Festivals ist traditionell eine Veranstaltung in der Magdeburger Pauluskirche, in welcher der Grenzgängergedanke alljährlich unter ein bestimmtes Motto gestellt wird. In diesem Jahr ist „Anfang und Ende“ das Generalthema.

Barock und Klassik in der Pauluskirche „In jedem Ende liegt ein Anfang“, so der philosophische Gedanke, der auch auf das schon beschlossen gewesene Ende und die Erneuerung vor allem in der Finanzierung, aber wohl auch in Organisation und Verantwortlichkeit dieses Festivals anspielt. Am 13. August werden der argentinische Tangosänger Alejandro Briglia und die Berliner Bandoneonspielerin Bettina Hartl aus Astor Piazollas Tango Operita „Maria de Buenos Aires“ spielen und singen. In dem Stück beklagt der Geist den Tod Marias, die als Tangotänzerin auf den Straßen von Buenos Aires lebte und starb. Er richtet seinen Zorn und seine Trauer gegen das Bandoneon. Aber Maria ersteht in der Kunst der Marionettenspieler wieder auf und bleibt im Gedächtnis der Menschen. Das Tangospiel trifft in der Pauluskirche auf Werke des Barock und der Klassik, die vom Magdeburger Rossiniquartett mit der Mezzosopranistin Undine Dreißig gespielt und gesungen werden. Der eigentliche Grenzgänger aber wird hier Christian Poewe sein, der Texte und Gedichte sprechen wird, in denen die Grenzen zwischen Tango und Klassik überschritten werden. Texte von Mechthild von Magdeburg und Hildegard von Bingen werden zu erleben sein, wie auch Poetisches und Philosophisches von Thales und Kirkegaard, von Goethe und Rilke. Und so werden Alpha und Omega, Anfang und Ende in der Musik und in der Poesie unlöslich verbunden. Das Grenzgängerfestival wird wie in den vergangenen Jahren auch schon auch ganz verschiedene Zuschauergruppen ansprechen.

Tamalan Theater spielt „Schneewittchen“ Es wird Kinder- und Familiennachmittage geben mit Märchentheater und Chlownerien, Folkloreprogramme oder auserlesene Unterhaltungsmusik, etwa mit der Familienband aus der Altmark „Hoahnenfoot“ am 28. August in der Kirche Irxleben, am 9. September in Schwarz, am 26. September in Kleinmühlingen, in Lückstedt am 3. Oktober und am 9. Oktober in Demker, die ein Folkloreprogramm in plattdeutscher Mundart spielen und singen. Das Tamalan Theater führt am 22. August in Hüselitz „Schneewittchen“ auf. Das Salonorchester Kaiserwalzer spielt am 10. September Klassiker der Kaffeehausmusik in der Klosterkirche in Kloster Neuendorf, und als guter Bekannter wird Clown Leo mit seinen tiefsinnigen Kirchenstücken am 15. August in der Jerichower Klosterkirche, am 25. September im thüringischen Apolda sowie am 10. Oktober in der evangelischen Kirche Dehlitz zu erleben sein. Geschichten und Puppenspiele, Chansons und Percussionkonzerte, musikalisch-literarische Entdeckungen aus Sachsen-Anhalt und vieles andere erobert in den kommenden Wochen die Dörfer und Kirchen im Land. Details des gesamten Programms, über Künstler, Orte und natürlich Zeiten fi ndet man auf www.grenzgaengerfestival. de, sowie montags und freitags von 8 bis 16 Uhr und mittwochs von 12 bis 16 Uhr unter Telefon (03 91) 53 462 57.

 

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